Krieg und Minen in Angola

25 Jahre Bürgerkrieg in Angola

Angola nach dem Bürgerkrieg - Ein alltägliches Bild der Verwüstung

Bauern in Angola

Angola - Kontrastreiches Land mit bewegter Geschichte und großen Möglichkeiten für die Zukunft...

Bericht Juni 2011

25 Jahre Bürgerkrieg hinterlassen ein zerrüttetes Land

Als Portugal seine Kolonie Angola 1975 als eines der letzten Afrikanischen Länder in die Unabhängigkeit entließ, zeichnete sich bereits ab, dass die 3 großen, untereinander zerstrittenen Bewegungen MPLA, UNITA und FNLA sich nicht demokratisch über eine Teilung der Macht würden einigen können.

Angeheizt vor allem durch militärische Eingriffe Kubas mit Unterstützung der Sowjetunion auf Seiten der sozialistisch-kommunistischen MPLA sowie durch die vom Westen unterstützten Südafrikaner wurde gleich nach Ende des Vietnamkrieges in Angola der erste und schwerste Stellvertreterkrieg des „Kalten Krieges“ auf dem afrikanischen Kontinents begonnen. Durch einen ersten Sieg Kubas gegen die von den USA logistisch und finanziell unterstützen FNLA wurde die MPLA in Angolas Hauptstadt Luanda an die Macht gebracht, Angola wurde ein pro-sowjetisches Land, José Eduardo dos Santos wurde wenige Jahre später Präsident Angolas.

Das faschistische Apartheid-Regime Südafrikas sah seine politischen und wirtschaftlichen Interessen durch eine Einflussnahme des Ostblocks in Angola gefährdet, schickte selbst Truppen nach Angola und unterstützte die Rebellenbewegung UNITA, um die mit Hilfe der MPLA von Angola aus operierende namibianische SWAPO zu bekämpfen. Obwohl die USA nach dem Vietnam-Desaster einen direkten militärischen Eingriff scheute, unterstützte auch sie die UNITA weiterhin finanziell, logistisch und machten sie über die Jahre zu einer hochgerüsteten Rebellenbewegung unter ihrem Führer Jonas Savimbi.

Auch China unterstützte zeitweise die UNITA, die sich darüber hinaus u.A. durch Elfenbein- und Diamantenverkäufe Geld für Waffen beschaffte, während die MPLA ihre Kriegsmaschinerie hauptsächlich mit Erdöl finanzierte. Ein Beispiel für die ‚Konfusion‘: Kubanische und angolanische Regierungssoldaten schützten US-amerikanische Ölförderanlagen vor Angriffen von - wiederum durch die USA gesponsorten - UNITA-Truppen. Das Leid der Bevölkerung war unendlich, vormals produktive Landstriche wurden entvölkert. Immer neue Waffe kamen ins Land, vor allem aus dem Ostblock und Südafrika, aber auch aus den Rumpelkammern der westlichen Welt. Aus der BRD kamen Mercedes (Unimogs), Magirus Deutz und MAN LKWs, die DDR glänzte mit IFA W50s und Personenminen PPM2.

Nach den Geschehnissen der Anfangsjahre verschwand das internationale Interesse am Angolanischen Krieg bis zur Schlacht von Cuito Cuanavale, einer der größten Schlachten auf dem Afrikanischen Kontinent, bei der 1988 ca. 20.000 Soldaten und Zivilisten ihr Leben lassen mussten. Noch während die Schlacht tobte, wurde in diesem Jahre über einen Friedensvertrag zwischen den beteiligten Mächten verhandelt und im Dezember 1988 wurde ein Waffenstillstand beschlossen, der 1989 mit der Entsendung einer UN-Friedenstruppe besiegelt wurde. Doch noch im selben Jahr kam es wieder zu Gefechten zwischen Savimbi und Dos Santos.

Nach dem Ende des Kalten Krieges zogen Kubaner und Südafrikaner aus Angola ab, Namibia wurde von Südafrika unabhängig und bekam eine gewählte SWAPO-Regierung. 1992 wurden in Angola Wahlen organisiert. Nachdem Savimbi den Wahlsieg der MPLA anzweifelte, wurde der Bürgerkrieg mit großer Härte weitergeführt. Auf beiden Seiten wurden zahlreiche Kriegsverbrechen begangen und die Fronten verhärteten sich immer weiter.

Als 2002 Savimbi bei einer Militäroperation der MPLA getötet wurde, sah sich die ohnehin geschwächte UNITA zu Friedensgesprächen gezwungen. Die neue UNITA-Führung formierte sich zu einer politischen Partei und ließ sich entwaffnen, 27 Jahre Bürgerkrieg waren genug.

Auch heute, fast 10 Jahre nach Kriegsende leidet Angola noch unter den Folgen des fürchterlichen Bürgerkrieges. Viele traumatisierte Menschen, unter ihnen ehemalige Kindersoldaten und Vergewaltigungsopfer müssen einen Weg ins moderne Leben finden. Man schätzt dass mehrere Hunderttausende Menschen mit Verstümmelungen durch Landminen leben müssen – genaue Zahlen kennt niemand.

Hier finden Sie einen Überblick über unser Angola-Archiv
  1. Hintergrund Angola - Krieg und Minen in Angola
  2. Aktuelle Entmingunsleistung von MgM in Angola (Stand Juni 2011)
  3. Abgeschlossene MgM-Entminungsprojekte in Angola

Spendenaufruf

Funding

Es gibt gerade wieder eine unmittelbare Notwendigkeit für ihre private Finanzierung, die uns helfen kann,  ein Notfall-Projekt in der Provinz Malanje in Angola voranzutreiben. Es geht um die Entminung eines großen Erdwalls, der durch eine angolanische Bau-Firma aufgeschüttet wurde und eine große Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellt. MgM hat die Ausrüstung, Ressourcen und Expertise, um dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen, jedoch benötigen wir dringend Spenden, um das Notfall-Projekt zu starten.

Erfahren Sie mehr

Info - Landminenproblem

Interview - Haller Da Silva

Haller Da Silva

Interview mit dem angolanischen Nationalen Manager Haller Da Silva über seine Arbeit bei Menschen gegen Minen: Interview mit Haller

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